Crossroads, immer.

na ein Träumchen
Strasburg, VA 10/2015

Jemand aus meiner frühen Jugend wurde, als ich Anfang zwanzig war, noch einmal so etwas wie ein Freund. Er hatte es in lokalem Rahmen zu Berühmtheit gebracht, und ich war aus diesem Rahmen ausgebrochen, ohne jedoch zwischen all den anderen Landflüchtigen mich besonders hervorzutun. Vom Dorf aus besehen hatte ich dennoch eine exotische Größe erlangt, und so schätzten wir uns gegenseitig für etwas, das wir waren. Menschlich musikalisch bewunderte ich ihn für seinen Willen, die Dinge einfach zu tun. R. nimmt die Dinge im Keller auf. Schlagzeug, Bass, Rhythmus, Lead, Gesang, zwischendrin ein Xylophon, Gitarrenwechsel – alles eine Spur, ein Take, direkt ins Band. Ich hingegen sitze vor dem Mehrspur-Rekorder und speichere unübersichtliche Tonfolgen für das ewige Vergessen im Ordner ‘Fragmente’ ab.
R. hebt ein Album aus dem Keller, während ich eines im Überfluss der Möglichkeiten fahrlässig ertrinken lasse. Soweit die Metaphern verschieden strenger Lebensführung. Man könnte sagen, R. hätte den Sinn für das Machbare, aber das ist zu leicht dahin gesagt, und es spielt den Schindern in die Hände.
Ich muss manchmal an R. denken. Im Blick auf ihn fällt sich dann auch ein Urteil über mich und meine Träume.

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